Die grausamen Vorgänge sind über Aufzeichnungen aus Rentmeisterrechnungen und Niederschriften der kurfürstlichen Oberkellnerei (Vorlaufer des Finanzamtes) von Schloß Horneburg genau überliefert. Der Hörige Hermann Dietrich zu Hochlar hatte jedesmal, wenn ein Dieb gehenkt wurde, die Leiter zum Galgen hin und wieder zurückzufahren.
Mörder und Räuber wurden gerädert. Eine Gnade für manchen Tunichtgut war seine Enthauptung. Ende des 16. Jahrhunderts stieg die Zahl der Personen, die als Hexen und Teufelsverbündete durch Verbrennen auf dem Segensberg hingerichtet wurden, gewaltig an. Das Rentmeisterbuch von 1580 enthält Ausgaben, die bei den Hexenprozessen ausgelegt wurden :Essen und Trinken für die Gefangenen und den Henker, der die Angeklagten durch Foltern zum Geständnis "überreden" sollte. Ferner Kosten für Leitern, Rollen, Seile, Zangen, Haken, Halsketten, Spanische Stiefel, Daumenschrauben (oh) Kerzen, Schwefel, Teer und trockenes Holz.
Den geschichtlichen Hintergrund für die Hexenverbrennungen der damaligen Zeit bildeten die sogenannten "Truchsessischen Wirren" und die kirchlichen Lehren der Inquisition.
Die erste Hexenhinrichtung fand wohl Anno 1514 statt. Der damalige vestische Amtmann, der Graf von Schaumburg, ließ eine Zauberin aufgreifen, die den lausigkalten Winter verursacht haben sollte.
Hinrichtungen im größeren Umfange gab´s 1580 und 1581. Mindestens 44 Männer (auch) und Frauen aus Recklinghäuser Umgebung mußten den Scheiterhaufen besteigen.
Entnommen dem Heimatbuch "Vom Hochlartal zum Segensberg" vom VV Rhs.-Hochlar
Der Segensberg in Hochlar (Recklinghausen). Östlich des ehemaligen Siechenkottens stand weit sichtbar der Galgen (Anno 1602 am Sevensberg). Hochlar hat etwa 7.500 Einwohner. Der Ort blickt auf eine lange Tradition im Vest zurück und fand erstmals im 9. Jahrhundert urkundliche Erwähnung als Huch Larhe (gerodeter Hügel). In Hochlar fanden zur Zeit der Inquisition auf dem Segensberg Hexen- und Ketzerverbrennungen statt.
Aktualisiert (Mittwoch, den 10. Februar 2010 um 14:24 Uhr)







